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Die Parteienlandschaft ...

 

Die österreichische Parteienlandschaft ist zwar bunt, aber das steht nicht unbedingt für Glaubwürdigkeit. Um die ist es momentan nicht besonders gut bestellt ...

 

In manchen Bundesländern bilden die Wahlverlierer die Regierung, da gibt es plötzlich Landeshauptleute, die vorher gar nicht zur Wahl standen und es werden die Regierungssitze nicht nach der Zahl der Vorzugsstimmen verteilt, sondern danach, wer wem zu Gesicht steht. Da brauchen wir uns über die Politikverdrossenheit nicht zu wundern, wir müssen im Gegenteil froh sein, dass nicht noch mehr Wähler entweder zu Hause bleiben oder zu Parteien am rechten Rand überwechseln.

 

Statt dessen haben wir das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt, obwohl jeder von uns Erwachsenen wissen sollte, dass man am Ende der Pubertät sicher nicht immer in der Lage ist, die Dinge objektiv zu beurteilen. Wie die letzten Wahlen gezeigt haben, nutzt diese Maßnahme auch eher den Rechtsparteien. Aber wer weiß, vielleicht war das auch gar nicht ganz unbeabsichtigt, um sich eine Mehrheit rechts von der Mitte zu sichern ...?

 

Wenn Sie jedenfalls nicht so recht wissen, wen Sie künftig eigentlich wählen sollen, dann geht es Ihnen ähnlich wie mir. Suspekt sind mir jedenfalls Parteien, die sich zwar demokratisch geben, deren Spitzenfunktionäre jedoch immer wieder durch rechtsextreme Äußerungen, Kontakte zu rechtsradikalen Burschenschaften, Wehrsportaktivitäten oder merkwürdige Grußgebärden ("drei Bier") auffallen und die sich nicht eindeutig von ihrer braunen Vergangenheit distanzieren. Als Agnostiker lehne ich auch jegliche kirchliche Einflussnahme auf die Politik strikt ab.

 

Nicht zur Wahl zu gehen ist jedenfalls auch keine Lösung. Eine gute Hilfe für Unentschlossene sind die folgenden Seiten:

 

www.politikkabine.at

www.wahlkabine.at

 

Hier können Sie anhand von Fragen zu aktuellen politischen Themen feststellen, welche Partei Ihre Meinung am besten vertritt.

 

Vielleicht werden Sie feststellen, dass sich Ihre Zustimmung einigermaßen gleichmäßig auf alle Parteien verteilt. Dies würde mich nicht wundern, denn in unserer globalisierten Welt verschwimmen auch die alten Klassifizierungen zwischen "rechts", "Mitte" und "links" immer mehr. Was uns fehlt, ist eine Partei, die Sachfragen nicht nach ideologischen Gesichtspunkten, sondern nach den Erkenntnissen der Wissenschaft und nach dem gesunden Menschenverstand beurteilt. Nennen wir sie – frei nach Immanuel Kant – eine "Partei der reinen Vernunft", humanistisch, laizistisch und sozial, die die Verantwortung jedes Einzelnen gegenüber der Gesellschaft und gegenüber der Umwelt in den Vordergrund stellt. Doch eine solche sehe ich leider nirgendwo ...